„Das war ein besonderes Erlebnis für mich“


Norbert Kuhl aus Flachsmeer wurde am Wochenende in Osnabrück zum Diakon geweiht. Der
44-Jährige wird sich unter anderem um kranke und benachteiligte Menschen kümmern.

 

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Der Osnabrücker Bischof Franz-Josef Bode (links) weihte den Flachsmeerer Norbert Kuhl in einer feierlichen Zeremonie zum Ständigen Diakon.



Flachsmeer/Osnabrück - Norbert Kuhl von der katholischen Kirchengemeinde St. Bernhard in Flachsmeer ist am Wochenende von Bischof Franz-Josef Bode im Osnabrücker Dom zum Ständigen Diakon geweiht worden. Rund 50 Kirchenmitglieder aus dem Oberledingerland waren frühmorgens mit Bus und Autos nach Osnabrück gereist, um an der Messe sowie dem anschließenden Empfang teilzunehmen und Kuhl bei der Diakonweihe zu begleiten. „Das war ein besonderes Erlebnis für mich“, sagte der 44-Jährige gestern im Gespräch mit dem GA.

 

Kuhl ist schon seit langer Zeit in der Kirchengemeinde in Flachsmeer aktiv – als Messdiener, Mitglied des Pfarrgemeinderates und Orgelspieler. „Vor fünf Jahren hat mich der damalige Diakon in unserer Gemeinde gefragt, ob ich mir dieses Amt nicht auch vorstellen könnte“, erzählt Kuhl. Nach einer kurzen Bedenkzeit habe er sich entschlossen, sich zum Diakon ausbilden zu lassen.

 

Zu Beginn der Ausbildung stand von Herbst 2009 bis Frühling 2010 zunächst ein mehrmonatiges Praktikum auf dem Programm, das Kuhl in einer Wohngruppe für Menschen mit Behinderung in Papenburg absolvierte. Anschließend ging es für Kuhl mehr als drei Jahre lang einmal im Monat an einem Wochenende nach Osnabrück zur Diakonausbildung. „Dort ging es unter anderem um Bibeltheologie oder Predigtlehre“, erklärt Kuhl. Mit einer mündlichen und schriftlichen Prüfung sowie einer Abschlussarbeit schloss Kuhl im Sommer 2013 die Ausbildung erfolgreich ab.

 

„Vordergründig geht es für mich darum, dass wir Gott unsere Zeit schenken, dass wir für ihn ein Werkzeug sind“, nennt Kuhl seine Motivation. Als Ständiger Diakon – das Wort „Diakon“ stammt aus dem Griechischen und bedeutet „Diener“ – ist er nun vor allem im karitativen Bereich tätig, unter anderem in der Sorge für kranke, alte und benachteiligte Menschen sowie in der Begleitung von Menschen in Not. Er darf auch taufen und predigen, aber nicht die Messe lesen oder Beichte hören.

 

Etwa fünf bis sechs Stunden pro Woche wird Kuhl jetzt für die Arbeit als Diakon aufbringen – neben seinem Beruf als Verwaltungsbeamter. Er macht deutlich, dass ihm die Kirchenarbeit viel Spaß macht. „Ich habe nun die Möglichkeit, andere zu stärken und ihnen Gutes zu tun“, so Norbert Kuhl, der verheiratet ist und zwei Söhne hat.

 

Neben Kuhl wurden am Wochenende Bernward Rümpker aus Meppen, Christoph Pahlitzsch aus Bramsche und Bernhard Jarvers aus Georgsmarienhütte im Osnabrücker Dom zu Ständigen Diakonen geweiht. In seiner Predigt unterstrich Bischof Franz-Josef Bode den Auftrag der Diakone, wach zu sein für die Nöte der Menschen. „Gerade dem Diakon kommt es zu, nicht den Blick von den Wunden der Menschen zu lassen“, betonte Bischof Bode.

 

 

Bild: Bistum Osnabrück
Bericht: Henrik Zein

Quelle: General-Anzeiger vom 13.05.2014